Derby und Gewalt


Viel wurde schon im Vorfeld über denn Anstieg der Gewalt in den letzen Rheinischen Derbys berichtet und geschrieben.


Einige Personen haben schon Mahnend den Finger erhoben, ganz vorne dabei natürlich die Vereine und jeweiligen Fanprojekte.

Die probieren mit Worten auf ihre Fans einzureden um ein möglichst Friedfreudiges Derby zu haben.

Das Spiel auf die Sportlichen Rivalität zu beschränken. Aber was hat denn zu dem Anstieg der Gewalt geführt oder ist die Gewalt  überhaupt angestiegen?

Wie eigentlich mittlerweile so jeder weiß wurde vor 2 Jahren die Fahne der Ultras von dem Kölner gestohlen, die sich daraufhin Demonstrativ auflösten.

Viel wurde danach über den Sinn oder Unsinn einer solchen Aktion diskutiert. Aber auch hier will ich ganz kurz ein bisschen Aufklärung betreiben, damit man nach 2 Jahren die Situation und Auflösung endlich mal wirklich versteht.

Dabei muss man sich das Wort „Ultra“ mal genauer anschauen. Das Wort ist ja keine Wort Neuerfindung wie z.B. Web 2.0 sondern ist schon ein bisschen Älter. Wie die meisten Wörter unsere Sprache stammt auch dieses Wort aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „darüber Hinaus“. Was ja auch treffend für diese Gruppierung von Fans ist, die sich selber als die Ultimativen darstellen und dies ja auch nach Außen  hin zeigen.

In der Vexillogie und der Heraldik-der Banner-und  Wappenkunde- gilt der Banner bzw. das Wappen als das Aushängeschild einer jeweiligen Gruppe. Die Symbolik eines solchen Banners bzw. Wappen bedeutet zusammenhalt und Geschlossenheit.
Im Laufe der Geschichte gab es schon einige Auflösung und Kriege wegen Banner klau. Grad dass Römische Herr hatte damit zu kämpfen. Denn wenn einmal das Banner weg war,  verweigerten die meisten Soldaten den Weiterkampf bis sie neu verteilt wurden und die Gruppe neu gegründet wurde. Zum Glück passierte das nicht all so oft.

Und diese Symbolik des Bannerklau hat sich nun mal immer mehr in der Ultra-Szene verankert.

Ich hoffe dass ich  euer Verständnis für die Auflösung erweitern konnte.
Also genau diese Auflösung führte also nun zum Gewaltanstieg?

Zweifelsohne kann man behaupten das nach der Bekanntgabe der Auflösung bzgl. eines Bannerklaus viele Leute (auch Kritiker) mit der Ultra-Szene sympathisieren und zu legitimen Rächer der gesamten Ultra-Szene-Mutierten.

Da kam es natürlich Recht das kurz danach das Derby anstand, wo sich alles ankündigte nach Köln zu fahren was grad so zum Laufen berichtigt war.
Über die weitern Ereignisse braucht man wohl  nicht mehr all so viel Schreiben.
Aber kam es wirklich zu einem Gewaltanstieg?

Diese Frage kann man nie wirklich genau klären da es immer unterschiedlich Meinungen geben wird über die man diskutieren kann. Als Grundlage will ich euch eine Diskussionsbasis geben.
Mann muss nicht besonders hell sein um zu festzustellen dass der Fußball sich in den letzen 20 Jahren rapide verändert hat. Vom Männersport zum Volkssport. Aber nicht nur der Fußball hat sich verändert sondern auch die Wahrnehmung innerhalb des Volkes hat sich verändert bzgl. des Fußballs.
Grad seit der Wm ist das Interesse am Fußball gestiegen. So das immer mehr Leute in das Stadion „Pilgern“ mit Familien, Trompeten und Pauken, dominieren sie immer mehr das Bild eines Bundesligaspiels und  treiben so die Kommerzialisierung  immer weiter.

Und was das Volk interessiert trifft irgendwann auch auf Interesse der Medien.
Es liegt damit auch in Natura das die Medien weniger über  Familienausflüge ins Stadion berichtet sondern vermehrt über das Geschehen außerhalb des Platzes.
Da trifft man dann auch irgendwann mal auf Krawalle und Reibereien innerhalb der Szene. Auf Bannerklau und Rache Gelüste. Die dann genüsslich auseinander genommen werden.

Also hat sich die Wahrnehmung schon mal durch die Medien verändert im Vergleich zu den letzten 20 Jahren.

Gewalt wird einfach stärker Wahrgenommen als früher.
Jetzt kommt man zum 2ten Punkt der eine veränderte Wahrnehmung des Fußballs führte.

Und zwar das Internet. Jeder kennt Videoplattformen wie YouTube, Myvideo und Clipfisch um einige zu nennen.
Jeder hat heut zu tage ein Handy mit Video Funktion. Schnell gezückt und aufnehmen wenn es was interessantes gibt und dann bieten auch noch die neuen Handys die Funktion die Videos direkt hoch zu laden, so das man meistens Live dabei ist ohne wirklich da zu sein.

Dann haben wir noch Plattformen wie Twitter, Facebook usw. Es werden die Leute passiv am Geschehen beteiligt ohne das man wirklich nur ansatzweise dabei waren. Es werden Meinungen gebildet und Diskussionen aufgrund solcher Berichte und Videos geführt.
Es fehlt den meisten Leuten einfach dann die objektive Betrachtung des Geschehens.

Zusammengefasst kann man sagen, dass aufgrund gesteigerter Volks-und Medien Intresse und mit neuen Multimedialen Möglichkeiten bzgl. des Internets sich die Wahrnehmung zum Fußball und sein Geschehen außerhalb des Feldes sich nicht nur geändert sonder auch gestiegen ist.

Aber nicht nur die Wahrnehmung zum Fußball hat sich geändert sondern auch die Einstellung ins besondere in denn letzen 2 Jahren. Immer Öfter fällt das Wort hass in den Foren und Gesprächen bzgl. der Sportlichen Rivalität zwischen Gladbach und Köln. Dabei sind sich die meisten gar nicht klar was hass überhaupt bedeutet und welch Starkes Wort es ist. Hass bedeutet zusammengefasst nichts anderes als eine starke Antipathie gegenüber Köln. Wie beschreibt man Antipathie am besten. Da führ nehme ich eine philosophische Definition von Kirchner aus dem ,,Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffen“

Die leidenschaftliche Abneigung gegen das, was uns Unlust bereitet hat. Der Hass, das Gegenteil der Liebe, verabscheut nicht nur einen Menschen, sondern möchte ihm auch schaden. Er entspringt oft dem Eigennutz, dem Neide, dem gekränkten Ehrgeiz, der Eifersucht oder der verschmähten Liebe. Insofern er dem  Gehassten Wichtigkeit beilegt, unterscheidet er sich von der Verachtung. Dinge kann man im Grunde nicht hassen, sondern nur Abneigung gegen sie, Abscheu vor ihnen empfinden; denn man vermag sie wohl zu zerstören, aber nicht ihnen zu schaden. Auch der Hass gegen das Böse ist nur der Abscheu vor demselben.

 

 

Jeder sollte sich jetzt nochmal selbst überlegen ob er das Wort Hass benutzen tut wenn es um die sportlichen Rivalität geht. Das man eine  Abneigung gegenüber eine Stadt und Verein hat ist vertretbar, aber wer  von euch geht nicht gern in Köln shoppen, Feiern (Karneval) und hat sich schon mal beim Trinken eines Kölsche Bier erwischt?
Passt denn da das Wort Hass wirklich noch. Sollte man nicht einfach die Abneigung auf das sportliche Beschränken und nicht einfach zum Fußball  fahren und sein Bier trinken und das beruhen lassen was passiert ist?
Werden wir das nicht tun werden wir uns immer weiter in einer Endlosen Spirale der Gewalt drehen aus der nicht mehr so leicht raus zu kommen ist.
Sollten nicht die Holls einfach Holls sein? Die Ultras die Ultras und die Kutten einfach Kutten. Müssen den wirklich Eltern  schon angst haben mit ihren Kinder zum Fußball zu fahren? Wie weit soll das ganze den noch gehen?

Also auf ein friedliches Derby 2009!!!!!!!!!!!!!